Tag 7 - Sonntag, 29.05.2022: in Mzcheta: total genervt und wieder alles gut

 

Als ich Mzcheta ankam, war ich total genervt. Erstmal hat Google Maps die Straße, in der sich meine Unterkunft befindet, nicht gekannt. Dann habe ich mich erinnert, dass bei den Bildern der Unterkunft eine Speisekarte von einem Lokal abgebildet war: "Bagineti".

Ich also das in Google Maps eingegeben: hat er auch gefunden, es war aber das Falsche: das war ein Nobel-Restaurant, 2 km außerhalb - das was ich suchte war eine kleine Bar am Fluss, direkt in der Innenstadt. 

Also ich den Gastgeber angeschrieben und er hat mir dann gesagt, wo die Unterkunft zu finden ist - nur konnte ich dort nicht hin, weil die Straßen in der Innenstadt alle mit Schranken gesperrt und nur Einheimischen zugänglich sind.

Ich dann also erst mal mein Auto auf einem kostenpflichtigen Parkplatz außerhalb abgestellt und Sightseeing gemacht. Das hat mich aber noch mehr genervt: hier gibt es plötzlich Tausende von Touristen! Das kannte ich auf dieser Reise bisher so noch gar nicht...!

Die Hauptsehenswürdigkeit ist die Swetizchoweli-Kathedrale. Entsprechend sind es heute am Sonntag vor allem orthodoxe  Kirchenbesucher, die hier sind. Georgier und Russen vor allem. Fünf Japaner und zwei Amerikaner habe ich noch gesehen. Ich bin aber anscheinend der einzige Deutsche hier. Westliche Touristen gibt es kaum. Die ganze Innenstadt ist voll von lauter Spuvenirläden mit unnützem Krimskrams.

Und dann war es noch so, dass es das Lokal, das angeblich zur Unterkunft gehörte, gar nicht mehr gab. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich dort einfach was essen kann. Die Speisekarte hatte ich ja schon auf booking.com gesehen. Ich sah mich dann schon zwischen den Russen in irgendeinem Touristennepp-Restaurant zu Abend essen... Das war heute in der Kathedrale schon ziemlich ätzend, weil alles voll war, keiner eine Maske trug und die Russen anscheinend auch sonst nichts von Abstand halten. 

Doch dann kam die Wende, die alles wieder gut genacht hat.

Zufällig gab es im gleichen Gebäude nebenan ein Café-Restaurant, und die große Überraschung war, dass es von einer Türkin geführt wurde. Wie heißt es im Sketch von Loriot: "Ein Deutscher sitzt in Georgien in einem türkischen Restaurant. Das sagt der Gast zu dem türkischen Ober: "Na, Du alter Schwede!?"

Oder so ähnlich :-)

Als ich reinkam und sie türkisch reden hörte, sagte ich "İyi akşamlar", "Guten Abend" auf türkisch, und die Inhaberin war sofort Feuer und Flamme, fragte mich, woher ich kam, und sie sagte dann, dass sie in Berlin geboren sei! Klein ist die Welt.

Das Essen war erstklassig. Ich hatte einen georgischen Salat, einen Fisch aus der Ägäis und einen türkischen Pudding mit Vanilleeis - alles ganz hervorragend! Eine positive Überraschung nach dem Chaos zuvor! 



Wir kamen ein bisschen ins Gespräch (auf englisch übrigens, denn ihr deutsch ist nicht mehr so gut) und sie hat mir in Kurzform ihre Lebensgeschichte erzählt und warum sie hier gelandet ist. Total interessant!

Auf jeden Fall war das Essen ganz ausgezeichnet, die Location auch: direkt am Fluss gelegen. Und so bin ich dann glücklich und zufrieden in meine Unterkunft, die übrigens mit 19 EUR die Nacht für das Doppelzimmer mit kleinem Frühstück die billigste auf der Reise war, aber dennoch abolut okay war. 





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