Tag 5 - Freitag, 27. Mai 2022: von Telawi nach Stepanzminda. 235 km und fast 5 h reine Fahrzeit.

 


Heute hatte ich meine längste Autotour vor mir: fast fünf Stunden reine Fahrzeit. Zunächst ging es von Telawi aus Richtung Tiflis, dann an Tiflis vorbei auf die sogenannte georgische Heerstraße, die nach Russland führt. Dementsprechend erwartete ich starken LKW-Verkehr - so war es vom Reiseführer angekündigt. 

Der erste Teil der Tour war sehr entspannt. Ich war relativ früh und es war außer mir kaum jemand auf der Straße. Die Strecke war hügelig, aber in recht gutem Zustand. 

Die Strecke erinnerte mich sehr an das Allgäu: saftige Wiesen, hier und da mal eine Kuh am Wegesrand oder auch mitten auf der Straße und sehr angenehm zu fahren. 

Vor Tiflis wurde es dann voller - logischerweise. Ich umfuhr Tiflis weiträumig auf einer Europastraße und hatte immer mal wieder einen Blick hinunter ins Tal auf das Häusermeer. Europastraße hin oder her - das hindert Schäfer nicht, ihre Schafeherden auch über diese Straßen zu treiben...


Irgendwann kam ich dann auf die Georgische Heerstraße, und der Verkehr wurde mehr. Auffallend war, dass schon hinter Tiflis viele, viele LKWs meist russischer, aber auch armenischer oder georgischer Herkunft am Straßenrand parkten und es nicht den Anschein machte, dass sie sich in absehbarer Zeit vom Fleck bewegten. Ich deute das so, dass die Fahrer auf die Erledigung von Einreiseformalitäten warten müssen - etwas, was wir in der EU ja gar nicht mehr kennen...

Ich hatte ein paar Stopps eingeplant: die Jvari-Kirche mit wunderbarem Blick auf zwei Flüsse und die alte georgische Hauptstadt Mzcheta, in der ich übermorgen bin. Das Anauri-Kloster am Stausee (Bild ganz oben), das Gadauri-Panorama mit dem Denkmal für die georgisch-russische Freundschaft (hmpf...) und schließlich der Kreuzpass mit 2.395 m Höhe. 

Kurz vor dem Kreuzpass quälten sich die alten sowjetischen KAMAZ-Laster (das sind die Modelle, die schon die Nationale Volksarmee der DDR seinerzeit hatte) den Berg hoch und stießen jeder von ihnen eine ganze Jahresration an Feinstaub aus. Die Luft war entsprechend. 


Am Kreuzpass habe ich dann noch zwei Radwanderer getroffen. Leider habe ich versäumt, von den beiden ein Bild zu machen - nur dieses hier. Die beiden sind vor vier Monaten in München losgefahren und wollen noch mindestens nach Kirgisistan. Höchsten Respekt!


Mein heutiges Ziel ist Stepanzminda für zwei Nächte, von wo ich dann morgen die Wanderung zur Gergetier Dreifaltigkeitskirche unternehmen werde - dem Fotomotiv Georgiens und dem Wallfahrtsort Georgiens schlechthin!

Meine Unterkunft ist heute eine Holzhütte mit Glasfronten nach beiden Seiten und Blick auf die Berge. Und die Kirche ;-)







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