Tag 2 - Dienstag, 24.05.22: in Tiflis. Wow! - Was für eine Stadt!
Wow! Was für eine Stadt!
"Georgien war das Italien der ehemaligen Sowjetunion" steht im Reiseführer. Das stimmt! Tiflis hat ziemlich viel von Italien! - Wein, gutes Essen, südliches Flair, enge Gassen, alte Bausubstanz, viel Verkehr. Und eine Prise Sozialismus findet man auch noch hie und da.
Nach dem Wetter von gestern hatte ich heute schon Angst, dass ich vielleicht gar nichts von Tiflis zu sehen bekommen werde, weil es gestern so schlecht war und es vielleicht heute nur geregnet hätte. Umso mehr freute es mich, als heute Morgen die Sonne durch das Fenster lugte.
Ich hatte für heute einen längeren Stadtrundgang geplant, der mich auch auf die umliegenden Hügel, zum dortigen Freizeitpark und beide Stadtseiten geführt hat. 14 km waren geplant - es wurden noch ein paar mehr, weil die Seilbahn zwischen den zwei Stadtteilen diesseits und jenseits des Flusses wegen des Windes nicht fuhr. Zumindest nicht dann als ich fahren wollte.
Alles aufzulisten was ich heute gesehen habe wird zu viel. Es gibt hier wahnsinnig viel zu sehen und ich bedauere es schon, dass ich für Tiflis nicht mehr Zeit eingeplant habe.
Zunächst ging es in Richtung Bäderviertel. Hier gibt es Badehäuser für Schwefelbäder aus dem 17. Jahrhundert..
Dann in ein hübsches aber kurzes Tal, an dessen Ende es einen Wasserfall gab. Offenbar auch ein Platz für Liebespaare. Denn die Brücken sind übersät mit Liebesschlössern.
Dann hoch auf den Berg zur Narikala-Festung und zur "Mutter Georgiens", von der man auch schon einen wunderbaren Blick in das Tal und auf die Stadt hat. Die Mutter Georgiens hält in der einen Hand einen Becher mit Wein, um Gäste wohlwollend willkommen zu heißen, und in der anderen ein Schwert, um Feinde abzuwehren - bezeichnend für die Geschichte Georgiens.
Dann wieder runter in die Stadt ins Betlemiviertel: sehr schönes Viertel mit vielen alten, teils auch verfallenen Häusern. Hier fühlt man sich wirklich wie in Italien.
An einer alten Kirche mit angegliedertem Kirchengarten mit Palmen, Rosen, Maulbeerbäumen habe ich Rast gemacht, mit den Katzen geschmust und hinunter auf die Stadt geschaut. Ein wunderbarer Ort zum Entspannen. Das höchste Glücksgefühl.
Ergebnis über viele viele Stufen hoch zum Mtatsminda Park, dem höchsten Punkt der Stadt, mit Freizeitpark, Standseilbahn und Fernsehturm. Ein wunderbarer Ausblick von hier oben.
Dann hinunter in die Stadt Richtung Freiheitsplatz, dem Zentrum der Stadt. Verfall und Pracht liegen hier sehr eng beieinander. Eben noch Häuser gesehen, die kurz vor dem Zusammenbruch stehen, und dann am Prachtboulevard und neuem Zentrum der Stadt.
Am Freiheitsplatz gab es dann Proben für den Feiertag zur Unabhängigkeit Georgiens, der in zwei Tagen gefeiert wird. Wie zu erwarten mit viel Militär.
Die Position Georgiens zu Russland scheint eindeutig zu sein: Ukrainische Flaggen und Bekenntnisse zur Ukraine sieht man überall.




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