Tag 6 - Samstag, 28. Mai 2022

 


Heute ist der Tag der Tage!
Seitdem ich irgendwann einmal dieses Fotomotiv gesehen habe, wollte ich dorthin. Heute war ich da! Und ich habe es genau so fotografieren können! Einfach wunderschön!

Ich habe heute Nacht nicht gut geschlafen und war früh wach. Ich bin gegen sechs Uhr aus dem Bett, habe gefrühstückt und meine Sachen gepackt, und bin dann los zu einer Wanderung nach oben zur Gergetier Dreifaltigkeitskirche - eines - zu Recht - der am meist fotografierten Fotomotive Georgiens und einem der am meisten besuchten Wallfahrtsorte Georgiens. 

Um kurz vor sieben bin ich aus dem Haus. Es war schon die ganze Nacht sehr windig. Heute morgen auch. Es waren etwa sechs Grad und die Sonne war noch nicht über den Berg. Ich also alles angezogen, was ich auf einmal anziehen konnte: langes Hemd, zwei Sweatshirts und meine Softshell-Jacke. Und dann war es okay. 

Zu dieser Zeit war außer einem Kuhhirten noch kein Mensch unterwegs. Die Kühe sahen mich verdutzt an. Zunächst ging es in den kleinen Ort Gergeti, der der Kirche ihren Namen gab. Wenn man bedenkt, dass quasi der offizielle Wanderweg mitten durch den Ort geht, ist es erschreckend, wieviel Gerümpel überall herumliegt...

Den zwei oder drei Leuten und der einen Kuh, denen ich am frühen Morgen über den Weg gelaufen bin, konnten sich nicht zu einem "Grüß Gott" oder wenigstens einem freundlichen Kopfnicken hinreißen lassen. Eingenbrötlerische Bergbewohner wahrscheinlich. 


Es ging dann weiter nach oben, bis ich dann - zunächst aus der Ferne, dann immer näher - die Dreifaltigkeitskirche vor dem Bergmassiv sehen konnte. Am frühen Morgen, bei strahlendem Sonnenschein, ohne Touristen. Ein Fotomotiv, wie es schöner nicht sein könnte. 

Mir kommen jetzt noch Tränen in die Augen, wenn ich daran denke und mir das Motiv vor Augen führe. Es ist so wunderschön und es ist verständlich, dass die Erbauer im 14. Jahrhundert genau diesen Ort für eine Kirche ausgewählt haben. Es gibt wohl kaum einen Ort, an dem die Naturgewalten oder die Schöpfung - wie man es auch nennen mag - symbolträchtiger dargestellt werden. Einfach phantastisch. 

Ich konnte mich gar nicht sattsehen. Ich habe fast drei Stunden dort verbracht und zig Bilder gemacht.

Zurück ging es dann durch ein anderes Tal, bis ich wieder in Stepanzminda angekommen bin. 




 




Kommentare

  1. Das kann ich mir gut vorstellen, dass das da oben ergreifend sein muss...bei dem Panorama...toll!
    Heute hast Du Dir Deinen Traum erfüllt!

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