Tag 10 - Mittwoch, 01. Juni 2022: von Sazano nach Kutaissi
Die vergangene Übernachtung war auf ihre Weise auch wieder kurios: übernachtet habe ich auf einem Weingut. Wieder war ich der einzige Gast. Drei Damen waren da, die sich um mich gekümmert haben - keine konnte englisch, die eine nur ein bisschen.
Es war ein wunderschönes Zimmer: rustikal eingerichtet, tolles Bett, tolles Bad und eigentlich auch eine schöne Atmosphäre. Im Detail hat man dann aber doch gemerkt, dass es an dem einen oder anderen dann doch gemangelt hat. Beispielsweise war die Klobrille locker oder es gab keinerlei Haken für die Handtücher im Bad. Kleinigkeiten, aber ich habe auch an anderer Stelle schon gemerkt, dass bei den Unterkünften manches nicht bis ins Detail durchdacht wurde.
Der kleine Ort, in dem sich das Weingut befand, war übrigens komplett abseits im Nirgendwo. Hier ist definitiv die Zeit stehen geblieben und es hat sich seit dem Kommunismus kaum etwas verändert.
Der nächste Stopp war der Samtsvera Wasserfall. Unter dem Link sieht man schöne Bilder, dass man hier auch baden kann - in der Nacht zuvor gab es jedoch ein Gewitter und Regen. Deshalb war wohl das Wasser ziemlich hoch und gelbbraun. Im Gegensatz zu den Bildern von dem Link konnte man heute keinesfalls dort baden, denn dass Wasser ist den Wasserfall heruntergeschossen.
Außerdem war alles matschig und es wurde irgendwas gebaut, so dass ich nur ein paar Bilder gemacht habe und wieder gefahren bin.
Dann ging es weiter zum Kloster Gelati, einem der größten Heiligtümer in Georgien.
Von der Nebenstraße ging es für ein Stück auf die Autobahn. Dann kam ein Schockmoment: bei Tempo 110 war plötzlich ein Hund auf der Fahrbahn!
Ich auf der rechten Spur, der Hund links. Zum Glück ist er nicht quer rübergelaufen - dann hätte ich ihn erwischt -, sondern er in Fahrtrichtung leicht diagonal in Richtung meiner Spur gelaufen.
Ich erstmal auf die Bremse. Mein Photo, meine Brille und meine Wasserflasche, die auf dem Beifahrersitz lagen, sind nach vorne geflogen. Ich dann etwas ausgewichen - und schon war ich vorbei.
Erschreckend ist, wie spät man so ein Tier auf der Fahrbahn registriert und wie wenig Zeit dann bleibt, noch irgendwas zu machen...
Und dann: zwei Minuten später stand dann eine Kuh an der linken Spur am Mittelstreifen und hat seelenruhig das Gras gefuttert...!
Überhaupt war heute der Tag, wo ich die meisten Tiere auf oder an der Straße gesehen habe: sicher ca. 30 Kühe, 8 Pferde, 25 Hunde, ein Schwein.
Irgendwann war ich dann im Kloster Gelati. Ich war der einzige Tourist dort. Aber für die Georgier ist es wohl ein heiliger und geschichtlich sehr wichtiger Ort. Viele Schulklassen waren da und viele Gläubige. Es war auch eine Art Gottestdienst als ich dort war, aber es scheint hier dafür keinen festen Beginn und festes Ende zu geben: die Leute kamen und gingen, wie es ihnen beliebt. Bänke gibt es auch nicht in georgisch-orthodoxen Kirchen.
Und nun bin ich in Kutaissi, mit 150.000 Einwohnern der drittgrößten Stadt von Georgien. Hier habe ich mal wieder eine Ferienwohnung.
Hier ist anscheinend irgendein Fest: die Stadt ist voll von Leuten und Kindern. Ich war zunächst auf dem Berg, auf den auch die kleine Seilbahn hochfährt und auf dem es einen Vergnügungspark und allerlei rostigen Fahrgeschäften gibt. Hier war die Hölle los. Wie an einem Sonntag.
Mit dem rostigen Riesenrad bin ich lieber nicht gefahren...
Ansonsten eine hübsche und sympathische Stadt. Es fließt derselbe, graue Fluss durch die Stadt, der auch schon durch Chiatura geflossen ist. Baden würde ich darin nicht.
Dann musst Du wohl immer und überall mit irgendwelchen Tieren rechnen.
AntwortenLöschenDie Straßen scheinen da jedem zu gehören...
Ja, es ist wirklich so...
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